Beim Aktionstag Personal 4.0, der unter anderem von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwäbisch Hall organisiert wurde, habe ich letzte Woche viele interessante Unternehmer, Führungskräfte und Personalbeauftragte kennengelernt, die sich sehr ernsthaft mit den Themen Digitalisierung,  Führung und vor allem Führung in der heutigen Welt („Führung 4.0“) beschäftigen. Für mich war der Tag eine fruchtbare Ergänzung und Bestätigung, dass sich viele Unternehmen  verantwortungsbewusst den Herausforderungen der Digitalisierung und der „4.0 Welt“ stellen. In der Nachschau ist es für mich spannend zu sehen, dass es eine Übereinstimmung in vielen Punkten gab.

Digitalisierung verstehen

Unisono haben alle Teilnehmer unterstrichen, dass eine der wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft ist, die Digitalisierung und die neue Welt zu verstehen. Nicht in allen technischen Details ist das Verständnis notwendig. Aber in dem, was es dem Unternehmen bringt, was es bedeutet und welche Auswirkungen, vor allem welchen Nutzen die Digitalisierung hat. In vielen mittelständischen Unternehmen ist der Chef der „Digitalisierungsbeauftragte“. Das ist gar nicht verkehrt, denn nur, wenn Digitalisierung von oben getrieben wird, sehen alle Mitarbeiter, dass es wichtig ist.

Um Digitalisierung in all ihren Facetten zu verstehen, muss sich jeder Zeit nehmen. Das ist für die Chefs oft ein schwieriger Spagat zwischen Tagesgeschäft, Privatleben und der Neugier auf das neue Thema.

Experimentierfreudig sein

Bei der Podiumsdiskussion wurde mehr als ein Beispiel genannt, bei dem deutlich wurde, dass zunächst mit einem Werkzeug oder einem Ansatz etwas versucht wurde, das heute aber ganz anders gemacht wird. Nur, ohne diese Versuche und dem Lernen aus den Fehlern, die dabei gemacht wurden, wäre man nie da angekommen, wo man heute ist. Für mich waren das schöne Beispiele für eine gut gelebte Fehlerkultur.

Und bei aller Expermentierfreude – alle haben Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiter (und in vielen Fällen auch die Kunden) mitgenommen werden müssen. Als Führungskraft muss ich mir auch bewusst sein, dass nicht alle Mitarbeiter gleich schnell sind darin, neue Medien oder Methoden anzunehmen. Und nein, es sind nicht immer die Älteren, die skeptisch oder langsamer sind.

Mitarbeiter mitnehmen

Große Einigkeit herrschte bei diesem Thema! Häufig wird in den Medien die Angst geschürt vor der Digitalisierung. Aber bei fast allen Beispielen, die ich gehört habe, fielen „ungeliebte“ und monotone Arbeiten weg. Die Mitarbeiter haben nun die Chance höhenqualifizierte Aufgaben zu übernehmen. Einige Unternehmer haben geschildert, dass durch die Digitalisierung Arbeitsplätze geschaffen wurden – nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Angst.

Aufgabe der Führungskraft ist es:

  • Die Strategie für die Mitarbeiter zu übersetzen.
  • Vorteile schildern, wie zum Beispiel sowohl die Arbeitsplatz- als auch die Arbeitszeitsouveränität, die an vielen Arbeitsplätzen eingezogen ist durch die Digitalisierung.
  • Schritte festlegen hin zum großen Ziel. Nicht immer gleich das ganz große Rad drehen, klein anfangen, experimentieren, nachjustieren, nächsten Schritt machen.
  • Durchhaltevermögen haben. Nicht alles klappt gleich richtig gut, Fehlschläge müssen verdaut und erklärt werden und der nächste Schritt trotzdem mit Elan angegangen werden.
  • Fehler als Lernfeld sehen, nicht als Scheitern. Weiter experimentierfreudig bleiben.
  • Klarmachen, dass sich die Arbeit ändert, und dass es viel besser ist dabei zu sein, als von der Änderung überrollt zu werden.

Vorbild sein

Die Teilnehmer des Aktionstages haben auch betont, dass es wichtig ist, dass die Führungskraft verantwortungsvoll mit der Digitalisierung und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten umgeht. Die Führungskraft muss Vorbild und oft Vorreiter sein. Wenn die Führungskraft eine neue Technologie verordnet, selber sie aber nicht nutzt, wird es unglaubwürdig.

Aber die Vorbildfunktion fängt schon auf der ganz praktischen Ebene an. Zum Beispiel, wann schicke ich E-Mails – muss das wirklich am Wochenende sein? Und wenn ich sie am Wochenende schicke, wann erwarte ich eine Antwort? Die Herausforderung für die Führungskraft ist es, die Erwartungen gegenüber den Mitarbeitern transparent zu machen. Übrigens, beim Thema E-Mail gibt es in fast allen E-Mail Programmen eine technische Hilfe: „verzögertes Senden“. Als Chef kennen Sie das Problem sicherlich. Sie arbeiten am Wochenende  und wollen dann auch die Mail dazu schreiben. Clever, wenn diese aber erst am Montagmorgen in der regulären Arbeitszeit ankommt. Sie haben die E-Mail vom Tisch, der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin hat sie aber erst auf dem Tisch, wenn das Wochenende vorbei ist.

Unterstützung annehmen

Auch wenn der Chef oder die Chefin bei vielen der Unternehmen verantwortlich dafür ist, dass die Digitalisierung voranschreitet, externe Hilfe wird immer wieder benötigt und bringt Entlastung.

Gerne unterstütze ich Sie mit meinem Coaching– und Beratungsportfolio oder Ihr Team durch ein Planspieltraining, wenn Sie beim Thema Digitalisierung oder Führung 4.0 einen weiteren Schritt gehen wollen.

Rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir eine E-Mail. Ich freue mich darauf, Sie und Ihre Projekte kennenzulernen.

Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren und Organisatorinnen des Aktionstages. Es war ein rundes Programm mit tollen Beiträgen und Teilnehmern.