Team-Zusammenhalt fördern in Zeiten von Home Office

Dieser Artikel ist 2020 während der Corona-Pandemie entstanden, als Führung auf Distanz für viele Teams von einem Tag auf den anderen Pflicht wurde. Die Beobachtungen von damals sind geblieben, der Kontext hat sich verändert. Eine aktualisierte Einordnung finden Sie hier: Führung auf Distanz: Was wirklich wichtig ist.
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Oft höre ich die Klagen von Teams, aber auch von Führungskräften, dass durch die Arbeit im Home-Office der Team-Zusammenhalt leidet. Verbindungen schaffen, den Teamgeist zu erhalten, geht aber auch, wenn das Team nicht im gleichen Gebäude sitzt. Es kostet ein wenig Nachdenken und Kreativität, vielleicht auch Mut zur Lücke, aber es ist kein Hexenwerk, Team-Zusammenhalt zu fördern.
Team-Zusammenhalt im Home-Office
Viele Mitarbeitende berichten, dass sie die Arbeit von zu Hause aus schätzen. Allerdings ist es für die meisten auch nicht erstrebenswert, immer von zu Hause zu arbeiten. Homeoffice erfordert eine andere Art von Organisation und Disziplin.
Manches im Homeoffice ist auch einfach lästig – wie zum Beispiel, dass ich jetzt für mein Mittagessen sorgen muss, statt schnell in die Kantine oder Cafeteria zu gehen. Mit etwas Übung finden die meisten jedoch in eine Routine – und jetzt (im November 2020), wo die meisten von uns zum zweiten Mal ins Homeoffice geschickt werden, sind wir auch schon ein wenig daran gewöhnt. Dennoch, auch wenn wir uns manchmal über die Kollegen ärgern, sie fehlen uns dann doch.
Team-Zusammenhalt fördern
Für Führungskräfte mit remote Teams ist es eine wichtige Aufgabe, die Verbindungen zu halten, und den Team-Zusammenhalt zu fördern. Und ja, das geht auch ohne persönlichen Kontakt.
Auch jenseits der Pandemie gibt es viele Führungskräfte, die mit Teammitgliedern an anderen Standorten, in anderen Ländern arbeiten. Hier ein paar Tipps, wie ich als Führungskraft die Verbindung halten kann.
Rituale einführen und pflegen
Gerade wenn nur über eine Video- oder Telefonverbindung miteinander kommuniziert wird, ist es wichtig, bestimmte Rituale zu pflegen. Diese Rituale haben Sie oft im Büro ja auch.
Das gemeinsame Kaffeetrinken, die Teams, die zusammen zu Mittag essen, der kurze Small Talk, bis alle im Besprechungsraum angekommen sind – diese Rituale kennen Sie. Jetzt geht es darum, diese nicht ersatzlos zu streichen, sondern zu überlegen, wie sie in die elektronischen Medien übertragen werden können.
Wie wäre es mit dem gemeinsamen Start in die Woche am Montagmorgen? Oder dem Ausklang am Freitagnachmittag? 15 Minuten Kaffeetreff für alle, die mögen. Möglichst per Video und mit eingeschalteter Kamera. Small Talk mit schwarzen Feldern auf dem Bildschirm macht keinen Spaß!
Eine spannende Variante ist auch ein gemeinsames Mittagessen. Sie können Rezepte austauschen, über die Tiere, die ins Bild huschen, sprechen, oder, oder – fast wie in der Kantine. Vor der Kamera isst man nicht? Stimmt, aber dieses gemeinsame Mittagessen ist eine Ausnahme und es tut einiges für den Team-Zusammenhalt!
Vielleicht passt ja auch ein (regelmäßiges) „Home-Office-Tipps-und-Tricks-Meeting“, bei dem sich das Team darüber austauscht, was für sie funktioniert. Das kann eine tolle Plattform für „Alltagshacks“ sein, die die Arbeit erleichtern.
Fragen Sie auch einmal die Suchmaschine Ihrer Wahl, es gibt inzwischen schon eine Vielzahl von Ideen zu diesem Thema. Aber fragen Sie vor allem ihr Team, was die wollen!
Das Team einbinden
Fragen Sie als Führungskraft aktiv nach, was Ihr Team sich wünscht. Sammeln Sie Ideen und Vorschläge. Bestimmt finden Sie dann auch Freiwillige, die sich für eines der Rituale verantwortlich fühlen und es organisieren.
Sie müssen nicht erraten, was für das Team passt. Aber sie können Impulse für besseren Team-Zusammenhalt geben. Zeigen Sie, dass es Ihnen wichtig ist, dass Ihr Team ein Team bleibt, dass der Team-Zusammenhalt wichtig ist, und sich jede:r wohlfühlt.
Sie stellen fest, dass es Teammitglieder gibt, die nie bei solchen Ereignissen auftauchen? Das gibt es fast immer. Hier kommt auf Sie ein wenig Mehrarbeit zu – aber ehrlich gesagt, die hätten Sie wahrscheinlich im Büro auch, denn das sind bestimmt auch die Mitarbeitenden, die sich in den Meetings nie zu Wort melden.
Hier bleibt nur eins: in den persönlichen, regelmäßigen Dialog gehen. Und fairerweise geben sie auch den extrovertierten und offenen Mitarbeitenden die Gelegenheit zu regelmäßigen Gesprächen unter vier Augen.
Was, wenn es nicht funktioniert?
Haben Sie Mut zur Lücke – das eine oder andere wird nicht auf Anhieb rundlaufen. Auch hier gilt: Sie müssen nicht der Superheld sein.
Thematisieren Sie das, was Sie bemerken oder spüren, mit Ihrem Team. Fragen Sie (hartnäckig) nach, wie es anders oder besser gehen könnte. Vielleicht hat sich Ihr Team inzwischen ja schon daran gewöhnt, dass es einsam im Homeoffice arbeitet, und empfindet jetzt die neuen Rituale als störend. Was soll stattdessen stattfinden? Mit dem offenen Dialog haben Sie den halben Sieg schon in der Tasche.
Wenn Sie sich alleine nicht an das Thema trauen, wenn Sie einen Sparringspartner suchen, um Ideen zu besprechen, oder wenn Sie das Gefühl haben, Sie scheitern, sprechen Sie mich an. Ich unterstütze Sie – remote Meetings abwechslungsreich und spannend zu gestalten, macht mir Spaß!
Übrigens, wenn Sie Ideen für eine virtuelle Weihnachtsfeier suchen, schauen Sie einmal hier.




