Diversity - VielfaltDiversity oder auf deutsch Vielfalt: das Thema ist weit mehr als nur Frauenförderung oder die Frauenquote. Wenn ein Unternehmen die Vielfalt pflegt, ist es in aller Regel kreativer und innovativer als ein völlig gleichgeschaltetes Unternehmen. Und das leuchtet ja auch ein – unterschiedliche Menschen bringen ganz unterschiedliche Ideen und Vorgehensweise in ein Team. Genau das ist gefragt, wenn es darum geht, kreative Lösungen für ein Thema zu finden. Inspiriert zu diesem Beitrag wurde ich von verschiedenen Artikeln, die ich in den letzten Tagen gelesen habe:

  • Das aktuelle Steinbeis Transfer Magazin mit dem Schwerpunkt Diversity
  • Das online Magazin EDITION F mit dem Aufruf zur Nominierung der 25 Frauen, die unsere Wirtschaft revolutionieren
  • Der Spiegel Online Artikel Intelligenz: Männer überschätzen sich, Frauen unterschätzen sich
  • Umfrage (beendet, ich bin gespannt auf die Ergebnisse) der Charta zur Vielfalt zum Stand der Umsetzung von Diversity Management in Unternehmen

Globale Teams

Vor allem in der IT Branche, die längst global arbeitet, ist die Vielfalt eine grosse Innovationskraft. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass interkulturelle Teams sehr kreativ arbeiten können. Es gibt aber auch ein grosses Konfliktpotential. Und genau hier ist die Führungskraft gefragt.  Die Führungskraft muss ein Team anleiten, dessen Mitglieder ganz unterschiedliche Werte oder Karrierevorstellungen haben. Die Teammitglieder haben unterschiedliches Verständnis von Pünktlichkeit oder Arbeitseinsatz. Gehaltsmodelle oder Bewertungen basieren auf Ländergepflogenheiten und haben nur eine grobe Konzernklammer. Mit all diesen Gegebenheiten muss eine Führungskraft in einem globalen Team umgehen können. Dazu gehört dann noch die Fähigkeit, unterschiedliche Kulturen zu verstehen und verbindende Elemente zu finden. Auch vorurteilslos auf Kollegen aus anderen Kulturkreisen zuzugehen gehört dazu. Die Beschäftigung mit anderen Kulturen kann viel Spass machen und überraschende Einsichten bringen. So kann ein vertrauensvolles Miteinander möglich werden.

Demographische Unterschiede

Vielfalt drückt sich aber nicht nur in der Anzahl der Nationalitäten in einem Team aus. Auch die Altersstruktur kann sehr unterschiedlich sein. Wenn „alte Hasen“ mit den „jungen Wilden“ zusammenarbeiten und das Team gut geführt wird, ergänzt sich Erfahrung mit neuester Technologie und verrückten Ideen. Auch hier ist es die Aufgabe der Führungskraft, die Unterschiede zu erkennen, zu schätzen und Konflikte zuzulassen aber auch zu moderieren. Weder dürfen ältere Mitarbeiter an den Rand geschoben werden, weil sie vielleicht die neueste Programmiersprache (noch) nicht beherrschen, noch dürfen die älteren Mitarbeiter verrückte Ideen sabotieren mit einem „das wird nie funktionieren“.

Es gibt aber auch den Unterschied zwischen jungen, ledigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die noch in der Sturm und Drang Phase sind und Familienvätern und -müttern. Auch diese Gruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse, die erkannt und respektiert werden wollen. An der Führungskraft liegt es, gemeinsam mit dem Team Regeln zur Zusammenarbeit zu erarbeiten und dafür zu sorgen, dass sie eingehalten werden.

„Andere Unterschiede“

Wenn die Firma Apple von Diversity redet, spricht sie von „historically underrepresented groups in tech — women, Black, Hispanic, Native American, and Native Hawaiian & Other Pacific Islander.“ IBM  genauso wie SAP zählen etwas globaler auf: „Vielfalt an kultureller und ethnischer Herkunft, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder -ausdruck, geistigen und körperlichen Fähigkeiten sowie verschiedenen Lebens- und Arbeitsumständen“.

Ich kann damit leben, wenn sich die Frauen in dieser Auflistung der unterrepräsentierten Gruppen finden. Auch wenn ich nie glücklich mit diesem Sammelbecken war. Es wird wirklich Zeit, dass gut ausgebildete Frauen das gesellschaftliche Umfeld vorfinden, das es ermöglicht, eine Karriere weiter zu verfolgen ohne als Rabenmutter (bezeichnenderweise gibt es den Rabenvater nicht) angesehen zu werden oder eine lange Pause einzulegen, weil die Kinderbetreuung alleine an der Frau hängt. Hier ist unsere Gesellschaft gefragt. Eine Frauenquote oder eine Selbstverpflichtung (was wichtig ist, wird in jedem Unternehmen gemessen) kann unterstützen, auch wenn keine Frau gerne eine Quotenfrau ist.

Als Führungskraft sind Sie auch hier in der Verantwortung: achten Sie darauf, „Minderheiten“ einzustellen und zu fördern. Stellen Sie klar, dass Sie die Vielfalt schätzen und auch flexibel auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Mitarebeiterinnen und Mitarbeiter eingehen können. Lassen Sie keine schlechten Witze über Blondinen, Behinderte, sexuell anders orientierte oder Andersgläubige zu. Sie als Führungskraft  geben den Ton im Team an und sind verantwortlich für ein respektvolles Miteinander.

Diversity und Führungskompetenzen

Mit zunehmender Vielfalt im Team ist es die Aufgabe der Führungskraft, sich Kompetenzen zum Thema Diversity anzueignen. Die meisten dieser Kompetenzen können Sie auch brauchen, wenn sie ein ganz homogenes Team haben:

  • Interkulturelle Kompetenz
  • Klare Strategie- und Zielvermittlung
  • Offenheit für Neues, für Anderes und Umgang mit Veränderung
  • Vorurteilsfreie, wertschätzende Kommunikation
  • die Bereitschaft Konflikte anzusprechen und zu einer Lösung zu führen

Gerne unterstütze ich Sie als Coach, Beraterin oder Sparringspartner, wenn Sie ein vielfältiges Team führen und an der einen oder anderen Stelle reflektieren möchten oder Unterstützung wünschen.